Streng persönlich

Ein Mensch sammelt im Lauf seines Lebens so einiges an Besitz an. Selbst die, denen materielle Werte nicht so wichtig sind oder die nichts von langfristigen Kapitalanlagen halten, sondern ihr Geld lieber sofort für etwas Greifbares wie einen Urlaub oder leckeres Essen ausgeben, müssen hin und wieder die Regale ausmisten, denn bei jedem, der sesshaft ist, sammeln sich Gegenstände. Bei manchen werden die Bücherregale allerdings von selbst immer leerer. Wer Bücher oder andere Gegenstände ausleiht und sich dann nicht haargenau notiert, wem er sie wann gegeben hat, der muss damit rechnen, Verlust zu machen.

Hinter dem Nichtzurückgeben geliehener Gegenstände steckt dabei meist keine Bösartigkeit, sondern Schlamperei und schlechtes Gedächtnis. Wer klug ist, kennzeichnet seine Bücher, Platten oder andere Besitzstücke mit seinem Namen, zum Beispiel mit Adressaufklebern. So können sie zwar immer noch verloren gehen, aber dann kann sich der saumselige Ausleiher nicht mehr damit herausreden, er habe nicht mehr gewusst, von wem das Buch gekommen sei. Behält er es dennoch, wird er in Zukunft jedes Mal, wenn er es aufschlägt und den Namen auf dem Aufkleber liest, wenigstens ein schlechtes Gewissen haben. Es gibt Menschen, die verleihen aus Prinzip nichts. Andere halten von solchen bedingungslosen Festlegungen wenig und wünschen sich beim Lesen eines Buchs, das ihnen gefällt, es mit anderen teilen zu können. Gerade die, die oft und gern Dinge ausleihen, sollten sich Aufkleber zur Kennzeichnung machen lassen, denn das ist viel unkomplizierter und weniger zeitraubend als das Führen eines Notizbuchs, in das man jedes Mal penibel Name und Datum einträgt und in dem man keine Fehler machen darf.

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