Warentest prüft Riester-Wechsel im Test

Wenn die eigene Riester-Rente sich nicht so entwickelt, wie der Versicherte es sich wünscht, bleibt theoretisch die Möglichkeit des Wechsels zu einem anderen Versicherer. Was auf den ersten Blick nachvollziehbar klingt, erweist sich bei genauem Hinsehen bei der Riester-Rente als Problem. Stiftung Warentest hat aktuelle Testergebnisse veröffentlicht und zeigt, worauf sich wechselwillige Riester-Kunden einstellen müssen.

Geringe Kosten und hohe Renditen erwünscht

Wer eine Riester-Rente abschließt, möchte eine sichere zusätzliche Altersvorsorge aufbauen. Sie soll renditestark und preiswert sein. Erst vor wenigen Wochen zeigten neue Testergebnisse, dass die garantierte Rente in Abhängigkeit von der Kostenstruktur des Versicherers stark schwankt. Wer also an einer hohen Rente im Alter interessiert ist, denkt schnell über einen Wechsel nach. Jetzt belegt ein neuer Test von Warentest, dass geringe Kosten und eine attraktive Rendite nicht allein ausschlaggebend für eine hohe garantierte Rente sind. Zum Zeitpunkt des Rentenbeginns gelten nach Aussage von Warentest offenbar andere Bedingungen. Jetzt ist entscheidend, in welcher Form die Ersparnisse ausgezahlt werden. Möchte man nämlich eine Kapitalauszahlung in einer Summe beziehen und diese in einer lebenslangen Rentenzahlung verrenten lassen, erweist sich dies nach Ansicht von Warentest als schwierig.

Warentest mit wenig erfreulichen Ergebnissen

Stiftung Warentest hat 44 Anbieter von Riester-Renten nach Offerten für Wechselwillige befragt. Nur 18 Versicherer haben auf die Anfrage überhaupt geantwortet. Davon haben zwei Gesellschaften einen kurzfristigen Wechsel zum Beginn der anstehenden Rentenphase ermöglicht. Die HanseMerkur24 und die Debeka fielen im Test positiv auf, weil sie kein Höchstalter und keine Mindestansparzeit voraussetzen. Wer also mit Anfang 60 der Ansicht ist, dass er seine Riester-Rente wechseln möchte und eine andere Rentenversicherung bevorzugt, kann bei beiden Gesellschaften einen vernünftigen Vertrag abschließen. Viele andere Gesellschaften gewähren diese Möglichkeit nicht. Im Test zeigte sich, dass die Targo nur Versicherte bis zu einem Alter von 52 Jahren aufnimmt, sofern eine Restlaufzeit von 15 Jahren bis zum Rentenbeginn gegeben ist. Die DEVK verlangt sogar eine Restlaufzeit von 16 Jahren. Die R+V zahlte in der Modellberechnung zwar die höchste Rente, doch der Wechsel muss spätestens fünf Jahre vor dem Beginn der Rentenzahlung erfolgen. Die Allianz verlangt eine Frist von zwei Jahren.

So läuft der Wechsel ab

Kurz vor dem Rentenbeginn erfährt der Versicherte, welche Rente er aus seinem Riester-Vertrag erwarten kann. Jetzt ist es an der Zeit zu prüfen, ob andere Versicherer bessere Konditionen bieten. Das zumindest ist der Ansatz des Gesetzgebers. Es hängt aber von dem abgeschlossenen Riester-Produkt ab, ob sich der Wechsel lohnt. Eine klassische oder eine fondsgebundene Rentenversicherung kommt nach den aktuellen Ergebnissen für den Wechsel kaum in Frage. Während der Auszahlungsphase bleibt der Garantiezins nämlich im Vergleich zur Ansparphase unverändert. Der Wechsel wäre aber interessant für Kunden mit Banksparplänen, weil während der Rentenphase ein Bankauszahlungsplan vorgesehen ist. Eine garantierte Rente bis erwirtschafteten Zinsgewinnen greift bis zum 85. Geburtstag, danach folgt eine Versicherungsphase mit einem Garantiezins von 1,25 Prozent. Eine Abwicklung über eine Rentenversicherung kann in solchen Fällen attraktiver sein. Die gleichen Regelungen gelten für Riester-Fondssparpläne. Nach Ansicht von Warentest mangelt es aber für diese Kunden an attraktiven Angeboten.

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