Wann ist ein Mensch tot?

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts führen Gerichtsmediziner Obduktionen durch. Sie sind nicht auf das Einverständnis der Angehörigen angewiesen, denn sie müssen die Todesursache schnellstmöglich feststellen. Bei der äußeren und inneren Leichenschau wird neben der Todesursache auch die Todesart, die Identität und der Todeszeitpunkt geklärt. Eine Einverständniserklärung der Angehörigen kann die Möglichkeiten der Untersuchung deutlich einschränken. Geregelt ist die Leichenschau in der so genannten Strafprozessordnung. Dort heißt es: „Die Leichenöffnung wird von zwei Ärzten vorgenommen. Einer der Ärzte muß Gerichtsarzt oder Leiter eines öffentlichen gerichtsmedizinischen oder pathologischen Instituts oder ein von diesem beauftragter Arzt des Instituts mit gerichtsmedizinischen Fachkenntnissen sein. Dem Arzt, welcher den Verstorbenen in der dem Tod unmittelbar vorausgegangenen Krankheit behandelt hat, ist die Leichenöffnung nicht zu übertragen. Er kann jedoch aufgefordert werden, der Leichenöffnung beizuwohnen, um aus der Krankheitsgeschichte Aufschlüsse zu geben. Die Staatsanwaltschaft kann an der Leichenöffnung teilnehmen. Auf ihren Antrag findet die Leichenöffnung im Beisein des Richters statt.“ Zur Klärung des Todes kann auch eine Ausgrabung einer bereits beerdigten Leiche angeordnet werden.

Gerichtsmediziner haben also den Auftrag Aussagen über den Todeseintritt zu machen, die vor Gericht relevant sind. Nachfolgend sind die Todesgründe aufgeführt:

Ersticken

Tod durch Ersticken: Das Opfer kann durch Strangulation, Ertrinken, Verschluss der Atemwege, Behinderung der Atembewegungen oder durch Sauerstoffmangel in der Atemluft ersticken. Diese Formen führen entweder dazu, dass das Opfer entweder von außen oder von innen erstickt.

Tod durch Äußeres Ersticken: Das Opfer stirbt aufgrund von Sauerstoffmangel. Der Körper bekommt eine graue oder bläuliche Hautfarbe. Erste Symptome vor Todeseintritt sind Bewusstseinstrübungen, Ohnmacht, Atemnot und Muskelschwäche. Wenn jeglicher Sauerstoff im Körper fehlt, dann spricht man von Anoxie.

Tod durch Inneres Ersticken: Der Gasaustausch im Gewebe ist gestört. Als Folge treten die gleichen Symptome auf wie beim Äußeren Ersticken.

Befunde beim Ersticken: Die Gerichtsmedizin findet Anhaltspunkte dafür, wenn Blutstauung festgestellt werden kann. Weitere Befunde sind eine akute Dilatation der rechten Herzkammer, blutarme, kontrahierte Milz, petechiale Blutaustritte, akute Lungenüberblähung, flüssiges leichenblut, Urin- Kot- oder Samenabgang.

Strangulation

Bei einer Strangulation wird der Hals so stark von außen zusammengedrückt, dass die Halsgefäße nur noch sehr wenig Luft in die Lunge transportieren können. Typische Formen der Strangulation sind Erhängen, Erdrosseln und Erwürgen.

Erhängen

Die Mordwaffe beim Erhängen ist typischerweise der um den Hals gelegte Strick. Die Halskompression wird durch das Körpergewicht des Hängenden bewirkt. Die Strangmarke ist in aller Regel ansteigend um den Hals. Es kommt ferner zu so genannten Simon-Blutungen um die Zwischenwirbelscheiben.

Erdrosseln

Beim Erdrosseln wird der Hals des Opfers durch Händedruck oder andere Hilfsmittel zugeschnürt. Das Selbsterdrosseln ist nur möglich, wenn der Strangulationsdruck über den Eintritt der Bewusstlosigkeit hinaus aufrecht erhalten wird. Typische Befunde sind Furchen der Druckstellen gleichmäßig tief um den Hals, intensive Petechien (viele stecknadelkopfgroße Blutungen), Begleitverletzungen, Zungenbeinbruch und Bruch des Kehlkopfgerüsts und Einblutungen der Zungenmuskulatur.

Erwürgen

Beim Erwürgen ist der Selbstmord ausgeschlossen, weil der Mensch sich mit seinen Händen nicht selbst erwürgen kann. Der Gerichtsmediziner findet in der Regel Spuren von Fingerkuppen, Finagernagelabdrücken, Hautschürfungen, Petechien und zahlreiche Begleitverletzungen.

Verschluss der Atemöffnungen

Das Überstülpen bspw. von Plastiktüten, Knebelung und Aspiration sind typische Formen des Verschlusses der Atemöffnungen. Das Ein- und Ausatmen wird so verhindert, wodurch das Opfer zunächst bewusstlos wird, anschließend stirbt.

Ertrinken

Beim Ertrinken wird zwischen typischen und atypischen Ertrinken unterschieden. Der Badetod ist ein Reflextod und zählt zu den natürlichen Todesarten. Beim typischen Ertrinken gibt es vier Stadien, die das Opfer durchläuft. Im ersten Stadium hält es den Atem an. Nach einigen Sekunden entsteht ein Zwang zu atmen. Im dritten Stadium setzen Erstickungskrämpfe ein. Schließlich kommt es zu Schnappatmung, Atempause und zum Tod. Als Befund gilt der typische Schaumpilz.

Beim atypischen Ertrinken gibt es den Schaumpilz nicht. Die Lungen sind feucht und schwer. Die normalen Schutzreflexe, die beim typischen Ertrinken auftreten, sind gestört.

Gerichtsmedizin ist sicherlich ein spannender Beruf und eine Ausbildung bedeutet in der Regel einen sicheren Arbeitsplatz. Gerichtsmediziner zu werden bedeutet, sehr viel über den menschlichen Körper zu wissen und mit einem gewissen Abstand zur Arbeit Obduktionen durchführen zu können.

Suchbegriffe: zungenbeinbruch durch erhängen, innere erstickung, erhängen ohnmacht, erhängen strangulation typisch atypisch ertrinken, tod durch sauerstoffmangel, kann sich ein mensch selbst erdrosseln, mensch tod plastiktüte, ohnmacht durch strangulation, rechtsmedizin - tod durch erhängen, wann tOD DURCH STRANGULATION

Leave a Reply

*