Der Bautrupp des Organismus

Schon früh lernen heute Kinder in der Schule, wie ein neues Leben entsteht. Beim Menschen befruchtet eine Samenzelle des Mannes die Eizelle der Frau. Diese beiden Zellen verschmelzen miteinander und bilden die so genannte Zygote, aus der dann ein neuer Mensch entsteht. Wenn die Zygote beginnt, sich zu teilen, entstehen neue Zellen, die in ihrer Eigenschaft noch nicht festgelegt sind. Erst später spezialisieren sie sich und werden zu den Milliarden von unterschiedlichen Zellen, die dann den Organismus bilden. Vor dieser Spezialisierung oder Festlegung auf eine bestimmte Funktion und einen Platz im Körper nennt man diese Zellen Stammzellen.

Seit der Entdeckung und ersten Benennung der Stammzellen im Jahre 1908 hat man über ihre besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten viel gelernt. Inzwischen gilt es als sicher, dass es sinnvoll ist, solche Nabelschnurblut Stammzellen zu lassen, weil man mit ihrer Hilfe viele Krankheiten behandeln kann. Am besten sind dabei natürlich immer die eigenen Stammzellen oder die eines nahen Verwandten geeignet. Man kann Stammzellen aus dem Knochenmark entnehmen, die eine enorme Fähigkeit zur Wiederherstellung und Regeneration aufweisen. In neuerer Zeit bieten auch private Institute Eltern die Möglichkeit an, Nabelschnurblut ihrer neu geborenen Kinder dauerhaft einzulagern. Darin befinden sich ganz junge Stammzellen. Die Entnahme dieses Blutes erfolgt direkt nach der Geburt, die Einlagerung ist kostenpflichtig, und leider übernehmen die Krankenkassen diese Maßnahme bisher noch nicht. Aber die Investition ist auf jeden Fall lohnend, denn hier sind in absehbarer Zeit noch weitere Erfolge, Erkenntnisse und Durchbrüche in der Forschung zu erwarten. Es gibt bereits Fälle, in denen Behandlungen mit Nabelschnurblut kranken Kindern geholfen haben.

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